Ein- und Ausblicke: Auf der Jule!

Gut geeignet, um darauf Platz zu nehmen, ist eine Erhebung in der Landschaft. Von dort hat man einen guten Überblick über die Umgebung und noch besser: man wird gesehen bzw. gehört. So hatte ich die Idee, ca. 10 m vor meiner Kanzel, eine Jule (T-Stück aus Holz) in die Wiese zu stellen, damit sich die Vögel dort niederlassen und ihr Lied vortragen können und ich alle Zeit der Welt habe, den „Sänger“ zu fotografieren.

Gartenrotschwanz

Als Erster hatte sich der Gartenrotschwanz auf der Jule eingefunden. Das Männchen unterscheidet sich sehr deutlich von seinem häuslichen Pendant dem Hausrotschwanz. Welcher fast nur schwarz gefärbt ist.

Gartenrotschwanz

Die Rotschwänze fallen dadurch auf, dass ihre rostrotgefärbten Schwanzfedern ständig zittern. Der Gartenrotschwanz hält sich eher nicht in menschlicher Nähe auf, wie sein Name es vermuten lässt. Er liebt die offene Landschaft, wo Baumreihen und Sträucher zu finden sind. Sein Gesang ist nur kurz, aber wohltönend, beginnt mit einem gezogenen höheren Ton, dem zwei kurze folgen.

Baumpieper

Der Baumpieper hält sich gefühlt stundenlang auf der Jule auf. Frühmorgens mit den ersten Sonnenstrahlen sitzt er erwartungsvoll auf seinem Ansitz, um bald lerchengleich aufzusteigen und mit lautem „ziah, ziah“, die Füße angezogenen, die Flügel halb angelegt, zu seinem Ausgangspunkt zurück zu segeln. Ein Schauspiel, das nicht nur das menschliche Auge beeindruckt, sondern auch seine Auserwählte. Als Bodenbrüter ist das Nest bzw. sein Nachwuchs ständig allen möglichen Gefahren ausgesetzt. Deshalb hat er verschiedene Ablenkungsstrategien entwickelt wie er möglichst unauffällig zu seinem Nest gelangt. Dabei unterstützt die unscheinbare Färbung seine perfekte Tarnung. Sein Lied trägt er weit entfernt vom Nest vor, landet dann auf dem Boden und bewegt sich zu Fuß mit vielen Umwegen zu seinem Nest.

Baumpieper

Waldbaumläufer

Bei uns kommen zwei Baumläuferarten vor, dies sind Waldbaumläufer und Gartenbaumläufer. Außer am Gesang sind beide nur schwer zu unterscheiden. Der Waldbaumläufer hat einen kürzeren Schnabel, deutlicher hell gefleckte Stirn und eine schneeweiße Bauchseite. Er ruft zart und sehr hoch „sri“, bewohnt Nadel-, Misch- und Buchenwälder sowie Parkanlagen.

Waldbaumläufer, Foto: Max Hunger

Durch seine unscheinbare Rückenfärbung ist er auch schlecht zu erkennen, wenn er am Stamm aufwärts klettert. Links neben der Jule steht eine alte Birke, da habe ich den Waldbaumläufer fotografiert. Hier das „Suchbild“:

Waldbaumläfer, Foto: Max Hunger

Schleiereule

Die Schleiereule, von der ich noch kein Foto machen konnte, hat auch schon auf der Jule Platz genommen. Leider war es zu dem Zeitpunkt schon sehr dämmrig, die Kamera verlangte nach mehr Beleuchtung, die aber nicht zur Verfügung stand.

Die Schleiereule ist eben dämmerungs- und nachtaktiv. Mehr Glück hat man eventuell, wenn man ihren Nistplatz kennt oder wie bereits erzählt eine Nisthilfe installiert.